Montag, 17. Dezember 2018

Beese und die Zeichen


















Wäre die Übersetzerin, die auf dem Schmutztitel des vor
vierzig Jahren erschienenen Ullstein Buchs Nr. 3520 ein
Zeichen gab, nicht heute vor zwanzig Jahren in Manosque
(Département Alpes-de-Haute-Provence) gestorben, hätte
sie zum 50. 68er-Jubiläum die ein oder andere Erinnerung
beitragen können: zum Beispiel die an ihre zweisemestri-
ge Relegation von der FU, mit der sie für ihre Beteiligung
an der Besetzung des Philosophischen Seminars am 11. De-
zember 1968 bestraft wurde. Sie setzte ihr Studium in Kon-
stanz fort und kehrte erst 1970 wieder ans Berliner Institut
für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft zu-
rück — die Rede ist von Henriette Beese. 

Beese ist mir seit fünfundzwanzig Jahren ein Begriff. 1993
war auf Initiative von Nils Röller und Thomas Ravens eine
Lesegruppe enstanden, die die Lektüre von Gilles Deleuze
und Félix Guattaris 700-Seiten-Buch Milles Plateaux in der
ein Jahr zuvor im Merve-Verlag erschienenen Übersetzung
von Gabriele Ricke und Ronald Voullié gemeinsam bewäl-
tigen wollte. Bei den wöchentlichen Treffen von Anfang
an dabei waren die Verleger Heidi Paris und Peter Gente,
die nach bewältigtem Lektürepensum gerne von ihren Neu-
erscheinungen berichteten. Bleibenden Eindruck hinterließ
bei mir der 1993 erschienene fotomechanische Nachdruck
des vergriffenen Proust-Buchs von Deleuze, das zuerst 1978
in der Reihe Ullstein Materialien erschienen war; übersetzt
hatte es Henriette Beese.

Beeindruckt haben mich damals jedoch weder Proust, noch
Deleuze, auch nicht der zehn Jahre zuvor vom Ullstein-Ver-
lag von seinen „Pflichten entbundene“, ins Sachbuchressort
abgeschobene verantwortliche Lektor der wissenschaftlichen
Taschenbuchreihe „Materialien“ Andreas Catsch. Beeindruckt
hat mich der Text auf U4, der beim Merve-Verlag traditionell
einen Satz oder mehrere aus dem Buch zitiert. 

   

Montag, 19. November 2018

Vittoria Guerrini

















  
#cristinacampo #gliimperdonabili #irmengardgabler #dieunverzeihlichen #matthesundseitz

Sonntag, 4. November 2018

Il sogno di Davide


















Heute feiert der italienische Rapper Gemitaiz seinen
dreißigsten Geburtstag, zu dem ich ihm ganz herzlich
gratulieren möchte: Auguri di compleanno! Denn der
gebürtige Römer, der eigentlich Davide De Luca heißt,
macht nicht nur leidlich gute Musik, sondern gehört
auch zu den wenigen Italiener*Innen, die ihren ver-
ständlichen Abscheu vor Innenminister Salvini nicht
verhehlen. So hatte er am 14. Juni dieses Jahres auf
seinem Instagram-Account geschrieben: „Salvini ti au- 
guro il peggio. Se muori facciamo una festa (Salvini,
ich wünsche dir das Schlimmste. Wenn du stirbst, fei-
ern wir eine Party)“, den Eintrag jedoch schon bald
wieder gelöscht. Wer sich trotzdem ein Bild von den
Kommentaren enttäuschter Fans und erregter Salvini-
Anhänger machen möchte, kann seinen Eintrag vom
15. Juni konsultieren (#FUCKRACISM).   

Sonntag, 21. Oktober 2018

Pauvre Belgique


















ER IST WIEDER DA!
The Oswald Spengler Society™

Freitag, 19. Oktober 2018

La paura mangia l’anima


















Noizy ft. Ghali: Parku i lojrave (24.09.2018)


Donnerstag, 27. September 2018

Der universitäre Diskurs

 
















Nous verrons à l’occasion, puisque depuis quelques temps
il est clair que le discours universitaire s’écrit autrement
et qu’il doit être « uni vers Cythère », qu’il doit répandre
l’éducation sexuelle. Nous allons voir comment ça va se
faire, à quoi ça aboutira, il ne faut surtout pas y faire ob-
stacle. JL (16 janvier 1973)

Seit einiger Zeit ist es klar, das [sic] der universitäre Diskurs
sich schreiben muß uni-vers-Cythère, weil er ja die Sexual-
erziehung verbreiten muß. Wir werden sehen, zu was das
führen wird. Vor allem darf man sich dem nicht widersetzen.
(Übersetzung: Norbert Haas, Vreni Haas und Hans-Joachim
Metzger [1986])   

Donnerstag, 6. September 2018

Cara Italia


















Glaubt man der deutschen Qualitätspresse, ist in Italien
Innenminister Salvini gerade der heiße Scheiß. Allen Ita-
lienliebhabern zuliebe könnte man ja mal darauf hinwei-
sen, dass „Cara Italia“, das neuste Video des 1993 in Mai-
land geborenen Hiphoppers Ghali Amdourni, auf Youtube
mittlerweile 95.785.586 mal abgerufen wurde.