Dienstag, 3. Dezember 2013
Deutsche Ingenieurskunst
Nicht nur Mark Andrew Spitz (* 10. Februar 1950), auch die vielbeschriene „Deutsche Ingenieurskunst“ setzt rückhaltlos
auf Akzelerationismus. Bestes Beispiel: der Porsche Carrera
GT (s. o.). In den Worten des Unfallanalytikers Michael We-
ber auf SPIEGEL ONLINE: „Der Wagen ist sehr speziell kon-
struiert. Ich kenne die Konstruktion zwar nicht bis ins letzte
Detail, aber wo bei anderen Autos Motor und Getriebe sitzen,
befindet sich bei dem GT ein kleiner Kofferraum. Der Tank
ist direkt hinter den Sitzen eingebaut. Wenn der Wagen mit
Karacho ein schmales Hindernis wie den Laternenpfahl seit-
lich trifft, kann dieser durchschlagen und den Tank aufbre-
chen. Ein kleiner Funken von einem Kabel reicht, um den
Wagen in Brand zu setzen. Auch die Fahrgastzelle aus Kar-
bon, die ja nichts anderes ist als in Form gebrachtes Rohöl,
brennt wie Zunder. Ich könnte mir vorstellen, dass ein paar
Anwälte sich auf den Fall stürzen werden. Gerade das The-
ma Produkthaftung verfolgen die Juristen in den USA ja sehr
akribisch.“
Freitag, 29. November 2013
Esortazione apostolica
A cinquant’anni dal Concilio Vaticano II, anche se proviamo
dolore per le miserie della nostra epoca e siamo lontani
da ingenui ottimismi, il maggiore realismo non deve signi-
ficare minore fiducia nello Spirito né minore generosità.
In questo senso, possiamo tornare ad ascoltare le parole
del beato Giovanni XXIII in quella memorabile giornata
dell’11 ottobre 1962: « Non senza offesa per le Nostre
orecchie, ci vengono riferite le voci di alcuni che, sebbe-
ne accesi di zelo per la religione, valutano però i fatti
senza sufficiente obiettività né prudente giudizio. Nelle
attuali condizioni della società umana essi non sono capa-
ci di vedere altro che rovine e guai [...] A Noi sembra di
dover risolutamente dissentire da codesti profeti di sven-
tura, che annunziano sempre il peggio, quasi incombesse
la fine del mondo. Nello stato presente degli eventi umani,
nel quale l’umanità sembra entrare in un nuovo ordine di
cose, sono piuttosto da vedere i misteriosi piani della Divi-
na Provvidenza, che si realizzano in tempi successivi attra-
verso l’opera degli uomini, e spesso al di là delle loro as-
pettative » (Discorso di apertura del Concilio Ecumenico
Vaticano II, 11 ottobre 1962).
Fünfzig Jahre nach dem 2. Vatikanischen Konzil darf der
größte Realismus nicht weniger Vertrauen auf den Geist,
noch weniger Großherzigkeit bedeuten, auch
wenn diedolore per le miserie della nostra epoca e siamo lontani
da ingenui ottimismi, il maggiore realismo non deve signi-
ficare minore fiducia nello Spirito né minore generosità.
In questo senso, possiamo tornare ad ascoltare le parole
del beato Giovanni XXIII in quella memorabile giornata
dell’11 ottobre 1962: « Non senza offesa per le Nostre
orecchie, ci vengono riferite le voci di alcuni che, sebbe-
ne accesi di zelo per la religione, valutano però i fatti
senza sufficiente obiettività né prudente giudizio. Nelle
attuali condizioni della società umana essi non sono capa-
ci di vedere altro che rovine e guai [...] A Noi sembra di
dover risolutamente dissentire da codesti profeti di sven-
tura, che annunziano sempre il peggio, quasi incombesse
la fine del mondo. Nello stato presente degli eventi umani,
nel quale l’umanità sembra entrare in un nuovo ordine di
cose, sono piuttosto da vedere i misteriosi piani della Divi-
na Provvidenza, che si realizzano in tempi successivi attra-
verso l’opera degli uomini, e spesso al di là delle loro as-
pettative » (Discorso di apertura del Concilio Ecumenico
Vaticano II, 11 ottobre 1962).
Fünfzig Jahre nach dem 2. Vatikanischen Konzil darf der
größte Realismus nicht weniger Vertrauen auf den Geist,
Schwächen unserer Zeit uns schmerzen und wir weit ent-
fernt sind von naiven Optimismen. In diesem Sinn können
wir die Worte des seligen Johannes XXIII. an jenem denk-
würdigen Tag des 11. Oktober 1962 noch einmal hören: Es
»dringen bisweilen betrübliche Stimmen an Unser Ohr, die
zwar von großem Eifer zeugen, aber weder genügend Sinn
für die rechte Beurteilung der Dinge noch ein kluges Urteil
walten lassen. Sie sehen in den modernen Zeiten nur Un-
recht und Niedergang. [...] Doch Wir können diesen Unglücks-
propheten nicht zustimmen, wenn sie nur unheilvolle Ereig-
nisse vorhersagen, so, als ob das Ende der Welt bevorstünde.
In der gegenwärtigen Weltordnung führt uns die göttliche Vor-
sehung vielmehr zu einer neuen Ordnung der Beziehungen un-
ter den Menschen. Sie vollendet so durch das Werk der Men-
schen selbst und weit über ihre Erwartungen hinaus in immer
größerem Maß ihre Pläne, die höher sind als menschliche Ge-
danken und sich nicht berechnen lassen.«
Akzelerationismus
Der Begriff SPEEDO wurde erstmals 1928 verwendet,
als das
Unternehmen Schwimmbekleidung im Renn-
fahrer-Design auf den Markt brachte. Das Produkt
wurde unter dem Slogan Speed on in your Speedos
vermarktet. Während des Zweiten Weltkrieges wur-
de die gesamte Produktion auf die Herstellung von
kriegswichtigen Produkten wie Moskitonetzen um-
gestellt. Nach dem Krieg nahm man die Badehosen-
produktion wieder auf.
Bei den Olympischen Sommerspielen im Jahr 1956
gelang SPEEDO der Durchbruch: Die knappe Nylon-fahrer-Design auf den Markt brachte. Das Produkt
wurde unter dem Slogan Speed on in your Speedos
vermarktet. Während des Zweiten Weltkrieges wur-
de die gesamte Produktion auf die Herstellung von
kriegswichtigen Produkten wie Moskitonetzen um-
gestellt. Nach dem Krieg nahm man die Badehosen-
produktion wieder auf.
Bei den Olympischen Sommerspielen im Jahr 1956
badebekleidung für Männer trat ihren Siegeszug an.
Die weltweite Expansion verdankte das Unternehmen
nicht zuletzt den Erfolgen bei den Olympischen Spie-
len 1968, 1972 und 1976: 70 % der Medaillengewinner
der Schwimmer trugen SPEEDO-Badebekleidung.
Dienstag, 19. November 2013
11. September 2014
„Berlin, nun freue Dich!“ Am kommenden 11. September
eröffnet die PASOLINI ROMA SCHAU im Martin Gropius Bau.
Wir zählen die Tage: 296,…
Montag, 4. November 2013
Veritable Männerfreundschaft
Die Beziehung zum besten Freund ist etwas Besonderes im
Leben eines Mannes. Wenn es glückt, verbringt man dieses
Leben von klein auf miteinander, träumt vom Großwerden,
vom Abhauen und noch von mehr: vom Schafe Hüten (oder
Ziegen), von Frauenraub und Waffengang – oder davon, ein-
fach mal wieder zusammen auf Philisterjagd zu gehen. Der
Männerfreundschaft, einem der größten Abenteuer, das ein
Mann erleben kann, hat Cima da Conegliano mit seinem Ge-
mälde Gionata e Davide con la testa di Golia (National Gal-
lery, London) ein grandioses Denkmal gesetzt.
Die Freundschaft von David und Jonathan ist das unerreichte
Muster jeder Männerfreundschaft. Davids Klagelied (2. Samuel
1.17-27) legt davon Zeugnis ab:
Und David klagte diese Klage über Saul und Jonathan, seinen
Sohn, und befahl, man solle die Kinder Juda das Bogenlied leh-
ren. […] „Die Edelsten in Israel sind auf deiner Höhe erschlagen.
Wie sind die Helden gefallen! […] Der Bogen Jonathans hat nie
gefehlt, und das Schwert Sauls ist nie leer wiedergekommen von
dem Blut der Erschlagenen und vom Fett der Helden. Saul und
Jonathan, holdselig und lieblich in ihrem Leben, sind auch im To-
de nicht geschieden; schneller waren sie denn die Adler und stär-
ker denn die Löwen. […] Es ist mir leid um dich, mein Bruder Jo-
nathan: ich habe große Freude und Wonne an dir gehabt; deine
Liebe ist mir sonderlicher gewesen, denn Frauenliebe ist.“
Leben eines Mannes. Wenn es glückt, verbringt man dieses
Leben von klein auf miteinander, träumt vom Großwerden,
vom Abhauen und noch von mehr: vom Schafe Hüten (oder
Ziegen), von Frauenraub und Waffengang – oder davon, ein-
fach mal wieder zusammen auf Philisterjagd zu gehen. Der
Männerfreundschaft, einem der größten Abenteuer, das ein
Mann erleben kann, hat Cima da Conegliano mit seinem Ge-
mälde Gionata e Davide con la testa di Golia (National Gal-
lery, London) ein grandioses Denkmal gesetzt.
Die Freundschaft von David und Jonathan ist das unerreichte
Muster jeder Männerfreundschaft. Davids Klagelied (2. Samuel
1.17-27) legt davon Zeugnis ab:
Und David klagte diese Klage über Saul und Jonathan, seinen
Sohn, und befahl, man solle die Kinder Juda das Bogenlied leh-
ren. […] „Die Edelsten in Israel sind auf deiner Höhe erschlagen.
Wie sind die Helden gefallen! […] Der Bogen Jonathans hat nie
gefehlt, und das Schwert Sauls ist nie leer wiedergekommen von
dem Blut der Erschlagenen und vom Fett der Helden. Saul und
Jonathan, holdselig und lieblich in ihrem Leben, sind auch im To-
de nicht geschieden; schneller waren sie denn die Adler und stär-
ker denn die Löwen. […] Es ist mir leid um dich, mein Bruder Jo-
nathan: ich habe große Freude und Wonne an dir gehabt; deine
Liebe ist mir sonderlicher gewesen, denn Frauenliebe ist.“
Donnerstag, 17. Oktober 2013
Zur Unzeit geboren
Auf Georg Büchners Geburtstag liegt ein Fluch, der Fluch
des Aufmerksamkeitsdefizits. Während der Schlacht gebo-
ren zu sein, in der Napoleons Grande Armée den Truppen
der alliierten Mächte des Ancien Régime unterlag, verhieß
für einen Autor wie Büchner nichts Gutes. Die Flut der bie-
deren Gedenkreden des Jahrestagefeuilletonismus und der
Applaus für die Jubiläumsinszenierungen gehen im streber-
haft heraufbeschworenen Schlachtlärm unter. Die dumme
Koinzidenz vermasselte schon Büchners „Säkulartag“. Ed-
gar Steiger, ein sozialdemokratischer Theaterkritiker, Pro-
pagandist des Naturalismus und Verfasser satirischer Lyrik,
schrieb in einer Besprechung der Uraufführung des Wozzek,
der am 8. November 1913 im Residenztheater München zu-
sammen mit Dantons Tod aufgeführt wurde:
Man hat Georg Büchners hundertste Geburtstagsfeier ver-
schoben, weil man das düstere Revolutionsdrama des ein-
undzwanzigjährigen „Hochverräters“ nicht am Gedenktage
der Schlacht bei Leipzig aufführen wollte. Und da fügte es
ein näckischer Zufall, daß die Aufführung der Guillotinen-
tragödie gerade an dem Tage stattfand, an dem der neue
bayerische König den Verfassungseid ablegte, und daß im
Hoftheater die Marseillaise ertönte, während die Regiments-
musik draußen die Königshymne spielte.
Verflucht ist der 17. Oktober auch deshalb, weil heute vor
vierzig Jahren, an Büchners 160. Geburtstag, die Bachmann
in einem römischen Krankenhaus an den Folgen der schweren
Verbrennungen starb, die sie sich am 26. September in ihrer
Wohnung zugezogen hatte. 1973 war auch das Jahr, an dem
Peter Handke den (mittlerweile retournierten) Büchner-Preis
erhielt. In seiner Ingeborg Bachmann gewidmeten Dankrede
legt Handke ein Geständnis ab, das auch von Büchner stam-
men könnte:
Seit ich mich erinnern kann, ekle ich mich vor der Macht, und
dieser Ekel ist nichts Moralisches, er ist kreatürlich, eine Ei-
genschaft jeder einzelnen Körperzelle. […] Was mich unfähig
und unwillig zu einer politischen Existenz macht, ist nicht der
Ekel vor der Gewalt, sondern der Ekel vor der Macht; die Macht
erst, indem sie es sich erlauben kann, aus der Gewalt ein Ritual
zu machen, läßt diese als das Vernünftige erscheinen. Unüber-
windlich ist mein Widerwillen vor der vernünftelnden Gewalt
der Macht; als gestalt- und leblos empfinde ich bis heute fast
alle, die mächtig sind. Und aus dieser Empfindung erlöst keine
Dialektik.
Samstag, 5. Oktober 2013
Au revoir, mon général
Le Napoléon rouge Võ Nguyên Giáp (*25. 8. 1911) est dé-
cédé hier, 4 octobre, mémoire de saint François d'Assise
à 102 ans. RIP
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